Kostenlose Beratung
07930-2699
150.000
Kunden
30 Jahre
Erfahrung
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
Menü

Privatisierung des Geldes: Was hinter der Angst der EZB vor Stablecoins steckt

Mit ungewöhnlich klaren Worten hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde vor den Risiken der zunehmenden Akzeptanz von Stablecoins gewarnt. Sie spricht von einer drohenden „Privatisierung des Geldes“ – und bringt damit ein zentrales Nervensystem des modernen Staates ins Spiel: die geldpolitische Hoheit. Doch hinter der Kritik an Stablecoins steckt weit mehr als technologische Skepsis – es offenbart sich eine tiefergehende Unsicherheit darüber, ob die Zentralbanken ihre Rolle im digitalen Finanzzeitalter noch behalten können.

Geld ist bislang eine Domäne des Staates – ausgegeben von Zentralbanken, garantiert durch hoheitliche Institutionen. Dieses Modell war lange Zeit unangefochten. Doch Stablecoins – digital gestützte Währungen, die an klassische Fiat-Währungen gekoppelt sind – stellen dieses Paradigma zunehmend in Frage. Herausgegeben von privaten Akteuren wie Circle (USDC) oder Tether (USDT), ermöglichen sie Zahlungen in Echtzeit, grenzüberschreitend, ohne direkte Einbindung staatlicher Systeme.

Für viele Nutzer sind Stablecoins schlicht ein neues, bequemes Zahlungsmittel. Für die EZB hingegen scheinen sie ein Einfallstor für Kontrollverlust zu sein. Lagarde warnt nicht nur vor Missverständnissen in der Begriffsverwendung, sondern deutet eine Systemkrise an: Wenn Menschen beginnen, Stablecoins im Alltag wie Euro oder Dollar zu nutzen, könnte sich schleichend ein alternatives Geldsystem etablieren – jenseits staatlicher Regulierung.

Produkte werden geladen

Die Angst vor der Entmachtung

Kern der Kritik ist der Verlust geldpolitischer Steuerungskraft. Zentralbanken beeinflussen die Wirtschaft durch Zinspolitik, Liquiditätssteuerung und die Kontrolle der Geldmenge. Wenn jedoch ein wachsender Teil des Zahlungsverkehrs über privat emittierte Stablecoins läuft, geraten diese Mechanismen ins Leere. Stablecoins funktionieren dezentral, global, oft außerhalb nationaler Bankenaufsicht. Die EZB fürchtet: Wer das Geld kontrolliert, kontrolliert auch die Spielregeln – und das könnten künftig nicht mehr öffentliche, sondern kommerzielle Interessen sein.

Lagardes Hinweis auf die „Verwischung der Grenzen“ zwischen Zahlungsmitteln und -infrastrukturen ist ein Versuch, diesen Kontrollverlust semantisch einzuhegen. Doch in der Praxis sind Stablecoins längst funktionale Substitute für Fiatgeld, vor allem im internationalen Handel, in der Kryptoökonomie und bei digitalen Dienstleistungen. Die Nachfrage steigt – nicht wegen ideologischer Absichten, sondern weil das klassische Finanzsystem zu träge, zu teuer und zu national begrenzt agiert.

Der digitale Euro als Antwort – oder Notlösung?

Die EZB arbeitet an einer eigenen digitalen Zentralbankwährung (CBDC), dem digitalen Euro. Dieser soll laut Lagarde ein „öffentliches Gut“ bleiben – also staatlich garantiert, frei verfügbar und in der Kontrolle demokratisch legitimierter Institutionen. Doch das Projekt kommt schleppend voran. Noch ist unklar, ob Bürgerinnen und Bürger den digitalen Euro überhaupt nutzen dürfen oder ob er auf Bankinteraktionen beschränkt bleibt. Die technischen und rechtlichen Details sind in vielen Punkten offen.

In dieser Gemengelage wirkt die pauschale Abgrenzung von Stablecoins als „kein Geld“ wie eine Rückzugsgefecht. Denn die Realität ist längst weiter: Millionen Menschen weltweit nutzen Stablecoins bereits als Zahlungsmittel. Auch große Tech-Konzerne und Handelsplattformen integrieren sie – nicht, um die Zentralbanken zu schwächen, sondern weil sie effizienter funktionieren als herkömmliche Banküberweisungen. Der Staat läuft der Entwicklung hinterher – und verliert damit an Gestaltungsmacht.

Ratgeber: Wie schütze ich mich vor Enteignung?

In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie: In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie: 
  • → Welche konkreten Enteignungsrisiken auf Sie zukommen 
  • → Wie Sie Ihr Vermögen rechtssicher vor staatlichem Zugriff schützen 
  • → Bewährte Strategien für echten Vermögensschutz 
  • → Praktische Sofortmaßnahmen, die Sie heute umsetzen können

Ein Glaubwürdigkeitsproblem bahnt sich an

Statt vor Stablecoins zu warnen, müsste die EZB die eigene Attraktivität steigern. Wer das Monopol auf Geld behalten will, muss besseres Geld anbieten. Das bedeutet: schnellere Transaktionen, niedrigere Kosten, mehr Datenschutz, mehr internationale Anschlussfähigkeit. Wenn die staatliche Lösung – der digitale Euro – bürokratisch, unpraktisch oder von vornherein reglementiert daherkommt, wird sie gegen die Marktlogik kaum bestehen können.

Der Vorwurf der „Privatisierung des Geldes“ trifft einen wunden Punkt: Die Geldordnung der Zukunft ist längst keine rein staatliche Angelegenheit mehr. Sie ist ein Zusammenspiel von Technologie, Vertrauen, Nutzererlebnis und ökonomischer Vernunft. Wer in diesem Feld bestehen will, muss sich der Konkurrenz stellen – nicht sie delegitimieren.

Produkte werden geladen

Christine Lagardes Warnung vor Stablecoins ist ein Weckruf – aber nicht für deren Nutzer, sondern für die EZB selbst. Die Hoheit über das Geld wird im digitalen Zeitalter nicht durch Gesetze, sondern durch Attraktivität und Vertrauen gesichert. Die Gefahr der „Privatisierung“ entsteht nicht durch Stablecoins an sich, sondern durch ein öffentliches Geldsystem, das zu langsam, zu unflexibel und zu wenig nutzerorientiert ist. Wer Stabilität garantieren will, muss Innovation liefern – nicht Angst.

Kostenloser Einsteiger-Ratgeber

Ultimativer Einsteiger-Ratgeber zum Investieren in Edelmetalle - jetzt kostenfrei herunterladen

Ähnliche Artikel

Wissen
23.05.2025
5 Min.

Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einem Goldverbot

In Deutschland sind anonyme Edelmetallkäufe nur noch bis zu 1.999,99 Euro erlaubt. Wer darüber hinaus Gold, Silber oder andere Edelmetalle erwerben will, muss sich eindeutig identifizieren – mit Vorlage des Ausweises, Dokumentation der Transaktion und unter Umständen zusätzlichen Nachweisen zur Herkunft der Mittel. Diese Schwelle gilt unverändert seit 2020. Doch der Trend zeigt: Auch diese Grenze könnte bald weiter sinken – auf EU-Ebene ist der politische Kurs längst vorgegeben.…
Wissen
19.11.2025
6 Min.

Italien greift nach dem Gold seiner Bürger – und Europa sollte sich darauf gefasst machen

In Italien bahnt sich ein Schritt an, der das Vertrauen in den Schutz privater Vermögen grundlegend erschüttern könnte. Während die Regierung um Giorgia Meloni öffentlich betont, alles im Griff zu haben, wird hinter den Kulissen ein Plan vorbereitet, der Millionen Bürger betrifft: Private Goldbestände sollen offengelegt, bewertet und durch eine Sondersteuer belastet werden. …
Wissen
07.05.2025
3 Min.

500-Euro-Schein abgeschafft – und was als Nächstes droht

Im April 2025 mehren sich die Anzeichen, dass nach dem 500-Euro-Schein auch der 200-Euro-Schein zur Disposition steht. Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) bisher keine offizielle Entscheidung getroffen hat, gibt es innerhalb des EZB-Rats Überlegungen, den 200er in der nächsten Banknotenserie nicht mehr zu berücksichtigen.…
Wissen
27.07.2025
4 Min.

Historische Goldmünzen – Der Albtraum der Finanzeliten und die Rettung für freie Bürger

Wer heute noch an das Märchen vom stabilen Euro glaubt, ignoriert, wie rasant Kaufkraft vernichtet wird. Offiziell spricht man von „Inflation“, in Wahrheit aber erleben wir eine systematische Enteignung der Bürger. Während Sparbücher entwertet werden und Girokonten nur noch der Datenerfassung dienen, entdecken immer mehr Menschen ein altes, bewährtes Mittel zur Vermögenssicherung: historische Goldmünzen.…
Wissen
18.09.2025
5 Min.

Bargeldgrenze für anonyme Goldkäufe: Wann wird sie vollständig abgeschafft?

Noch vor wenigen Jahren war es selbstverständlich: Wer Gold anonym und bar kaufen wollte, konnte bis zu 9.999,99 Euro investieren, ohne seinen Ausweis vorlegen zu müssen. Das sogenannte Tafelgeschäft war ein Stück finanzielle Privatsphäre und für viele Anleger die einzige Möglichkeit, Gold ohne jede Spur in den eigenen Besitz zu bringen. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Schritt für Schritt wurde die Schwelle gesenkt, und was früher fast unbeschränkte Freiheit war, ist heute nur noch ein Restwert.…
Wissen
26.05.2025
6 Min.

Goldverbot 2.0 – Droht dem Edelmetallhandel das Aus?

Was heute selbstverständlich ist – die bequeme Online-Bestellung von Goldmünzen, der Besuch auf Edelmetallmessen oder das Aufbauen einer physischen Goldreserve – könnte in Zukunft infrage stehen. Noch wirkt die Vorstellung eines Goldverbots in Deutschland oder der EU wie ein dystopisches Gedankenspiel. Doch zunehmende regulatorische Eingriffe, ein restriktives politisches Klima und der schleichende Rückzug des Bargelds nähren genau diese Sorge.…
Wissen
09.05.2025
5 Min.

Bargeld-Abschaffung in Indien über Nacht - so schnell kann es gehen !

Deutschland ist mit seiner Entwicklung hin zu einer bargeldärmeren Gesellschaft längst kein Einzelfall mehr. Weltweit gibt es zahlreiche Initiativen, anonyme Bargeldzahlungen zu erschweren oder ganz abzuschaffen. Ein besonders drastisches Beispiel dafür lieferte Indien – und es könnte als Blaupause für andere Staaten dienen, die ähnliche Wege einschlagen wollen.…
Wissen
12.11.2025
5 Min.

166 Milliarden Euro Goldfund in China – und was das wirklich bedeutet

In der Provinz Liaoning ist China auf einen Schatz gestoßen, der jede andere Entdeckung der vergangenen Jahrzehnte in den Schatten stellt: 1444 Tonnen Gold, versteckt in Millionen Tonnen Gestein, im Wert von rund 166 Milliarden Euro. Der größte Goldfund des Landes seit Gründung der Volksrepublik.…
Wissen
23.07.2025
4 Min.

Bargeldpflicht auf der Wiesn: Mehr als nur eine Schnapsidee

Was für viele wie eine Randnotiz klingt, ist in Wahrheit ein Lackmustest für unsere freiheitliche Gesellschaft: Dürfen wir auf dem größten Volksfest der Welt bald nur noch mit Karte zahlen – oder behalten wir die Freiheit, mit Bargeld zu bezahlen? Der Vorstoß der ÖDP im Münchner Stadtrat ist daher mehr als ein lokalpolitischer Antrag – er ist ein Weckruf.…
Wissen
27.06.2025
5 Min.

Silbersteuer-Schock: Wie die Differenzbesteuerung praktisch über Nacht abgeschafft wurde

Wer glaubt, Edelmetalle seien langfristig kalkulierbare Investitionen, unterschätzt oft ein zentrales Risiko: staatliche Eingriffe. Das beste Beispiel lieferte die Bundesregierung im Oktober 2022 – als die Differenzbesteuerung für Silbermünzen faktisch über Nacht abgeschafft wurde. Ein Schlag für viele Anleger und ein stiller Beleg dafür, wie unvorhersehbar steuerpolitische Entscheidungen selbst in vermeintlich „sicheren“ Bereichen sein können.…
Wissen
25.06.2025
4 Min.

Privates Goldlager vs. Banktresor: Wer hat im Ernstfall die Kontrolle?

Wer Edelmetalle besitzt, sucht Sicherheit. Doch gerade bei der Lagerung stellt sich eine entscheidende Frage: Will man seine Edelmetalle in einem privaten, unabhängigen Lager verwahren - oder verlässt man sich auf klassische Banktresore? Viele Anleger unterschätzen die Risiken, die mit der Verwahrung von Gold und Silber bei bankenabhängigen Systemen einhergehen.…
Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.