Kostenlose Beratung
07930-2699
150.000
Kunden
30 Jahre
Erfahrung
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
Menü

Faktencheck: 5 Mythen rund ums Gold

Gold steht immer wieder in der Kritik: Das Edelmetall sei zu teuer, der Preis schwanke zu sehr und es bringe auf lange Frist kaum Rendite. Wir unterwerfen die Gegenargumente einem Faktencheck.

1) Gold bringt wenig Rendite

Gold performe schlechter als Aktien, sagen Kritiker. Doch stimmt das? Tatsache ist, dass der US-Dollar bis zum 15. August 1971 durch Gold gedeckt war. An diesem Tag hob US-Präsident Richard Nixon die Goldbindung einseitig auf. Davor war der Goldkurs seit dem Jahr 1933 bei 35 US-Dollar fixiert gewesen.

Goldpreis in US-Dollar ab dem 16. August 1971 (Quelle: World Gold Council)

Deswegen lässt sich für die Zeit vor 1933 keine Goldrendite berechnen. Gold war damals Geld. Den Preis von Gold würde man also in Gold selbst angeben. Ein weiteres Problem: Noch im Jahr 1973 gab es in rund 120 Staaten Goldverbote. Die USA erlaubte zum Beispiel Goldbesitz erst ab dem Jahr 1975. Goldkritiker wie der Vermögensberater Gerd Kommer argumentieren deswegen, man solle die Goldrendite erst für den Zeitraum nach dem 1. Januar 1975 berechnen und nicht schon ab dem 16. August 1971 oder dem Jahr 1972. Zuvor hätten viele Menschen aufgrund der Goldverbote kein Gold gekauft und es hätte sich Nachfrage angestaut, sagt er. Wir halten das aus mehreren Gründen für fragwürdig:

  • Es dürften wohl kaum alle Amerikaner am ersten Tag nach Ende des Goldverbots Gold gekauft haben.
  • Zum Jahresanfang 1975 und während der Monate vor dem Goldverbot sind keine Preissprünge zu sehen. Hätte sich viel Nachfrage aufgrund von Goldverboten aufgestaut, müsste der Preis sprunghaft steigen.
  • Der Jahresbeginn 1975 ist ein maximal ungünstiger Zeitpunkt. In den Vorjahren war Gold aufgrund der ultralockeren Geldpolitik der Fed und der resultierenden Inflation relativ kräftig gestiegen. Zum Jahresbeginn 1875 fiel der Goldpreis wieder, weil die Fed Ende 1974 die Zinsen erhöht hatte.
  • Selbst wenn der Goldpreis bei 60 statt der durchschnittlichen 40 USD im Jahr 1971 gelegen hätte, läge die Jahresrendite bis Ende 2021 noch immer bei 7,0 Prozent.

Wir halten deshalb den Zeitraum 1971 und 1972 für ein besseren Startpunkt. Nimmt man die durchschnittlichen Jahrespreise von 1971 und 2021, beträgt die Rendite 7,91 Prozent per annum. Das ist etwas mehr als beim Weltaktienindex MSCI World, der zwischen dem 31. Dezember 1970 und dem 31. Dezember 2021 von 94,29 auf 3232 Punkte stieg. Das entspricht 7,32 Prozent Jahresrendite.

1965 ⌀1971 16.8.1971 3.1.1972 1.1.1975
Goldpreis pro Feinunze 35 USD 40,1 USD 43,3 USD 44,0 USD 183,8 USD
Jahresrendite bis Ende 2021 7,29% 7,91% 7,68% 8,04% 5,09%
Jahresrenditen zum Durchschnittspreis 2021 von 1799,54 USD (Quelle für die Tagespreise: World Gold Council)

Der Vorteil von Gold: Auf Kursgewinne beim MSCI World fallen rund 26 Prozent Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag an. Das senkt die Rendite deutlich. Kursgewinne bei Gold sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Zudem ist Gold mehrwertsteuerfrei. Gold lässt sich außerdem kostenfrei zuhause verstecken, während Aktien oder ETFs Nebenkosten wie die TER oder Brokergebühren mit sich bringen.

Zudem sehen die meisten Anleger Gold nichts als Renditebringer, sondern als Versicherung. Physisches Gold wurde in Tausenden von Jahren noch nie wertlos und lässt sich bloß unter größten Freiheitseinschränkungen enteignen.

2) Gold schwankt sehr

Kritiker argumentieren, der Goldpreis steige oder falle kräftiger als die Aktienkurse. Gold sei darum „risikobehafteter“, also weniger sicher. Zahlen des World Gold Council zeigen jedoch: Der Unterschied im Schwankungsmaß der Volatilität ist relativ gering. Seit Januar 1972 betrug die Volatilität 19,04 Prozent (Stand: 31. Januar 2022). Der US-Aktienindex MSCI US und der MSCI EAFE, der 21 Industrieländer aus Europa, Asien und dem australischen Raum enthält, liegen bloß geringfügig darunter. Die Preise von Getreide und der Rohölsorte Brent (24,51 Prozent) schwankten dagegen kräftiger als Gold.

Screenshot der Website des World Gold Council (Quelle)

In den vergangenen fünf Jahren und in den Coronajahren 2020 und 2021 hatte Gold sogar die Nase vorn. Laut einer Studie des World Gold Council war der Goldpreis stabiler als die Kurse von Aktien, Bitcoin und Immobilienaktien (siehe Chart 1).

Grundsätzlich ist die Ansicht fragwürdig, ein Investment sei sicherer, dessen Preis weniger schwanke. Das größte Risiko ist für viele Anleger nicht ein Verlust, sondern ein Totalausfall. Gold hat in 6000 Jahren Menschheitsgeschichte seinen Wert immer behalten – im Gegensatz zu unzähligen Aktien und Anleihen. Es schützt vor Extremsituationen, in denen andere Anlageklassen versagen – etwa einem Blackout, einer Hyperinflation oder einem großen Krieg. So gesehen ist Gold wesentlich sicherer als Aktien oder Anleihen.

Faktencheck: 5 Mythen rund ums Gold

3) Gold ist zu teuer

Gold ist derzeit billig. Rechnet man das Hoch von 850 US-Dollar vom Januar 1980 auf heutige Preise um, würde Gold bei rund 2800 US-Dollar stehen. Der US-Verbraucherpreisindex ist nämlich zwischen 1980 und 2021 um rund 430 Prozent gestiegen. Zudem dürften auch in den kommenden Jahren die Zinsen unter der Inflationsrate bleiben. Die Inflation wird länger bleiben, als dass viele Anleger vermuten. Das wird die Nachfrage und Preise von Edelmetallen nach oben treiben.

4) Gold schützt nicht vor Inflation

In diesem Mythos steckt ein Körnchen Wahrheit. Liegt die Inflation bei 10 Prozent, aber die Zinsen bei 12 Prozent, dürfte der Goldpreis vermutlich kaum steigen. Die Anleger würden dann nicht aus traditionellen Anlagen wie Sparguthaben oder Anleihen flüchten, weil der Zins über der Inflationsrate liegt.

Bei steigenden Inflationsraten entwickelte sich dagegen historisch der Goldpreis stark. Das zeigt etwa der Vermögensberater Ronald Stöferle mittels eine Analyse des Goldpreises in seinem Buch Österreichische Schule für Anleger. Auch das World Gold Council wies im Oktober 2021 in einer Studie nach, dass Gold zwischen 1973 und 2021 in Zeiten von anziehender Inflation und allgemeinem Wachstum („Reflation“) stark performte. Die bereinigte Jahresrendite lag bei Reflation im Schnitt bei 8,4 Prozent. Während Stagflationsphasen – also stagnierendem Wachstum und steigender Inflation – performte Gold sogar besser als alle anderen Anlageklassen. Schlecht ist für Gold bloß ein Goldilocks-Szenario – damit sind sinkende Inflationsraten und steigende Wachstumsraten gemeint.

Bereinigte Jahresrenditen von Gold, Aktien und Anleihen (Quelle: World Gold Council)

5) Gold bringt keine Zinsen oder Dividenden

Dieses Argument macht wenig Sinn. Auch viele Aktien bringen keine Dividenden. Die Zinsen nach Abzug der Inflation sind auf Kontoguthaben und Staatsanleihen momentan sogar negativ. Wer also Geld auf dem Konto parkt oder dem Staat leiht, zahlt drauf.

Oft wird auch gesagt, Gold sei totes Kapital, während Aktien Produktivkapital seien. Gold habe keinen inhärenten Wert, sondern sei bloß wertvoll, weil Menschen an seinen Wert glauben würden. Ein Ökonom sagte gar einmal, Gold sei die längst andauernde Blase der Welt.

Aus der Volkswirtschaftslehre ist indes bekannt, dass Güter bloß aufgrund ihrer Eigenschaft, Bedürfnisse zu befriedigen, Wert für Menschen besitzen. Das gilt für Aktien wie Edelmetalle. Der Fakt, dass ein Unternehmen Güter produziert und Gold keine Produktiverträge abwirft, ist vor diesem Hintergrund bedeutungslos. Einen wirklichen Unterschied in der Bewertungsweise von Aktien und Edelmetallen gibt es nicht. Beide sind bloß solange wertvoll, wie Menschen sie für wertvoll erachten.

Produkte werden geladen
Produkte werden geladen
Kostenloser Einsteiger-Ratgeber

Ultimativer Einsteiger-Ratgeber zum Investieren in Edelmetalle - jetzt kostenfrei herunterladen

Ähnliche Artikel

Wissen
18.01.2022
15 Min.

Erbe anlegen: Diese 9 Fehler werden teuer

Derzeit ist kein günstiger Zeitpunkt, um in Immobilien zu investieren. Die Preise sind überhöht und dürften in den kommenden fünf bis zehn Jahren deutlich fallen…
Wissen
21.01.2022
13 Min.

Negativzinsen umgehen: 7 Alternativen, wie Sie Ihr Vermögen schützen

Sie können in die Schwedische Krone, den Schweizer Franken oder andere Fremdwährungen investieren. Auf dem Vergleichsportal Weltsparen finden Sie Angebote von deutschen und ausländischen Banken. Bei einem Fremdwährungskonto profitieren Sie von einer Währungsaufwertung und den Zinsen der Bank. Doch die Anlage hat auch Tücken: …
Wissen
12.04.2022
6 Min.

Altersvorsorge: Diese 6 Fehler werden teuer

n unserem Ebook zur Altersvorsorge mit Edelmetallen erklären wir Schritt für Schritt, wie Sie für das Alter vorsorgen. Einige wichtige Fehler haben wir in diesem Artikel zusammengestellt. Am Ende finden Sie einen Link zum Downloaden des Ebooks. …
Wissen
19.11.2025
6 Min.

Italien greift nach dem Gold seiner Bürger – und Europa sollte sich darauf gefasst machen

In Italien bahnt sich ein Schritt an, der das Vertrauen in den Schutz privater Vermögen grundlegend erschüttern könnte. Während die Regierung um Giorgia Meloni öffentlich betont, alles im Griff zu haben, wird hinter den Kulissen ein Plan vorbereitet, der Millionen Bürger betrifft: Private Goldbestände sollen offengelegt, bewertet und durch eine Sondersteuer belastet werden. …
Wissen
04.09.2025
6 Min.

Gold auf Rekordhoch: Warum Sie jetzt gerade nicht verkaufen sollten!

Gold hat Anfang September 2025 die Marke von 3.500 US-Dollar pro Unze überschritten und damit ein neues Rekordhoch markiert. In Euro gerechnet kletterte der Preis auf fast 3.000 Euro – ein Niveau, das vor wenigen Jahren noch unvorstellbar schien. Anleger weltweit fragen sich nun: Soll man bei diesen Kursen Gewinne realisieren oder auf eine Fortsetzung der Rallye setzen?…
Wissen
16.03.2026
4 Min.

Krieg, Ölpreis, Inflation – und wieder trifft es die Bürger

Die australische Zentralbank hat den Leitzins erneut angehoben – von 3,85 auf 4,1 Prozent. Der Grund: steigende Inflationsrisiken durch den Iran-Krieg und den wieder deutlich über 100 Dollar gestiegenen Ölpreis. Für Notenbankchefin Michele Bullock ist klar: Die Preise sind weiterhin zu hoch, und die Energiepreise könnten die Inflation weiter anheizen.…
Wissen
12.11.2025
5 Min.

166 Milliarden Euro Goldfund in China – und was das wirklich bedeutet

In der Provinz Liaoning ist China auf einen Schatz gestoßen, der jede andere Entdeckung der vergangenen Jahrzehnte in den Schatten stellt: 1444 Tonnen Gold, versteckt in Millionen Tonnen Gestein, im Wert von rund 166 Milliarden Euro. Der größte Goldfund des Landes seit Gründung der Volksrepublik.…
Wissen
26.08.2025
7 Min.

Fed deutet Zinswende an: Aktien und Gold unter Volldampf

Am 22. August 2025 hat Fed-Präsident Jerome Powell in seiner Rede bei der Jackson-Hole-Konferenz angedeutet, dass im September eine Zinssenkung erfolgen könnte. Dieses Signal löste weltweit Turbulenzen aus. Innerhalb weniger Stunden explodierten die Märkte - ist dieser Move nachhaltig?…
Wissen
05.01.2026
5 Min.

Silber 2026: Wenn Privatanleger längst verstanden haben, was das System verdrängt

79 US-Dollar pro Unze. Vor zwölf Monaten waren es noch rund 29 US-Dollar. Silber hat 2025 nicht nur zugelegt – es hat ein Preissignal gesendet. Und dieses Signal wird von Privatanlegern sehr viel ernster genommen als von vielen Institutionen, die noch immer so tun, als ließe sich dieser Markt „normalisieren“. Eine aktuelle Umfrage von Kitco zeigt, wie klar die Stimmung ist: 57 Prozent der befragten Privatanleger erwarten, dass Silber 2026 die Marke von 100 US-Dollar pro Unze erreicht. Insgesamt nahmen zwar „nur“ 212 Personen teil – doch genau darin liegt der Punkt. Diese Investoren sind nicht systemisch gefesselt, nicht benchmark-getrieben, nicht bilanziell gelähmt. Sie reagieren direkt auf Angebot, Nachfrage und Geldentwertung.…
Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.